Befreiung KZ Mauthausen 05. Mai 1945

Am 3. Mai 1945 flohen die letzten SS-Angehörigen aus den Lagern Mauthausen und Gusen. Am 5. Mai traf ein Spähtrupp der US-Armee in Gusen und Mauthausen ein, am darauffolgenden Tag befreien Einheiten der 3. US Army etwa 40.000 Gefangene dieser Lager endgültig. Sie fanden da wie dort hunderte Leichen von KZ-Gefangenen vor, die in den Tagen vor der Befreiung gestorben waren. Tausende waren derart geschwächt und gesundheitlich angegriffen, dass sie trotz medizinischer Versorgung durch Sanitätseinheiten der US-Armee noch in den Wochen und Monaten nach der Befreiung starben. Mehr als 3.000 Tote bestattete man in den „Camp Cemeteries“ neben den ehemaligen Konzentrationslagern.
(Foto: US National Archives and Records Administration)

"Mauthausen-Schwur"

Am 16. Mai 1945 wurden die sowjetischen Häftlinge in einer Feier am Appellplatz verabschiedet. Die Vertreter des Internationalen Häftlingskomitees verlasen dabei den „Mauthausen-Schwur“, in dem sie aufriefen, eine „Welt des freien Menschen“ zu errichten:

„Es öffnen sich die Tore eines der schwersten und blutigsten Lager: des Lagers Mauthausen.
Nach allen Himmelrichtungen werden wir in freie und vom Faschismus befreite Länder zurückkehren.
Die befreiten Häftlinge - denen noch gestern der Tod aus den Händen der Henker der nazistischen Bestie drohte - danken aus tiefstem Herzen den siegreichen alliierten Nationen für die Befreiung und grüßen alle Völker mit dem Rufe der wiedererlangten Freiheit.
Der vieljährige Aufenthalt im Lager hat in uns das Verständnis für die Werte einer Verbrüderung der Völker vertieft. Treu diesen Idealen schwören wir, solidarisch und im gemeinsamen Einverständnis, den weiteren Kampf gegen den Imperialismus und nationale Verhetzung zu führen.
So, wie die Welt durch die gemeinsame Anstrengung aller Völker von der Bedrohung durch die hitlerische Übermacht befreit wurde, so müssen wir diese erkämpfte Freiheit als das gemeinsame Gut aller Völker betrachten.
Der Friede und die Freiheit sind die Garantien des Glücks der Völker, und der Aufbau der Welt auf neuen Grundlagen sozialer und nationaler Gerechtigkeit ist der einzige Weg zur friedlichen Zusammenarbeit der Staaten und Völker.

Wir wollen nach erlangter Freiheit und nach Erkämpfung der Freiheit unserer Nationen:
die internationale Solidarität des Lagers in unserem Gedächtnis bewahren und daraus die Lehren ziehen:
Wir werden einen gemeinsamen Weg beschreiten,
den Weg der unteilbaren Freiheit aller Völker,
den Weg der gegenseitigen Achtung,
den Weg der Zusammenarbeit am großen Werk des Aufbaus einer neuen, für alle gerechten, freien Welt.

Wir werden immer gedenken, mit welch großen blutigen Opfern aller Nationen diese neue Welt erkämpft wurde. Im Gedenken an das vergossene Blut aller Völker, im Gedenken an die Millionen, durch den Nazifaschismus ermordeten Brüder geloben wir, daß wir diesen Weg nie verlassen werden. Auf den sicheren Grundlagen internationaler Gemeinschaft wollen wir das schönste Denkmal, das wir den gefallenen Soldaten der Freiheit setzen können, errichten: DIE WELT DES FREIEN MENSCHEN. Wir wenden uns an die ganze Welt mit dem Ruf: Helft uns bei dieser Arbeit.
Es lebe die internationale Solidarität! Es lebe die Freiheit!“

Gedenken bedeutet auch, heute richtig zu handeln. Freiheit!


Weiter Informationen auf der offiziellen Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
https://www.mauthausen-memorial.org/